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Blues

Der Blues: Ein Tanz, der aus der Seele kommt

Der Blues ist spirituelle Musik. In keinem anderen Tanz spielt die Religion eine so wichtige Rolle. Wer den Blues singt, singt sich aus dem Herzen, was ihn bewegt. Daher ist er für die Afroamerikaner Nordamerikas auch Kirchenmusik; ihr Referent predigt mit dem Blues; er ist voller Schwermut, Sehnsucht, manchmal auch voller Humor und Spott. Der Blues verarbeitet kulturell die jahrhundertlange Versklavung und Ausbeutung der weißen Großgrundbesitzer.

 

Die ausführliche Geschichte des Blues

Der Blues entstand in den USA des 18. Jahrhunderts in den Baumwollplantagen, in denen Afroamerikaner Sklavenarbeit verrichten mussten. Dabei sangen die Sklaven monotone Rhythmen, die übrigens auch aus Gründen der Sicherheit notwendig waren! Mit ihren gleichförmigen, eintrainierten Bewegung im Rhythmus zur Musik verhinderten sie Unfälle, sie ertrugen mit ihren Gesängen die monotone Arbeit leichter – oder sie vertrieben sich einfach nur die Zeit. In ihren Liedern hofften sie auf bessere Zeiten, in denen sie nicht mehr unterdrückt sein würden. Zwar wurde die Sklaverei nach dem amerikanischen Bürgerkrieg nach und nach abgeschafft, trotzdem wurden die Afroamerikaner noch weit bis in das 20. Jahrhundert hinein unterdrückt und ausgegrenzt.

Gegen Ende des 19.Jahrhunderts breitete sich der Blues langsam in amerikanischen Shows, Varietés und Bars aus. Im Jahr um 1920 wurden die ersten Lieder von schwarzen Bluessängern auf Schallplatte aufgenommen. Damit begann die Kommerzialisierung der Blues-Musik. Nach einer kurzen Anlaufzeit lösten diese Platten einen regelrechten Blues-Boom aus, der in den Jahren zwischen 1927 und 1929 vor allem in Chicago seinen ersten Höhepunkt fand. Zunächst war die vorwiegend schwarze Bevölkerung die Hauptabnehmer der schwarzen Blues-Musik.   In der Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg kam der Blues schließlich auch nach Europa.

Das Charakteristische des Blues liegt auf musikalischer Ebene verborgen, in der so genannten Blues-Tonalität. Ein Blues muss stets langsam sein und traurig wirken; er kennt weder Dur noch Moll. Eine spezielle Terz macht den Blues zu dem, was er ist – Musik aus afrikanischer Abstammung: Die afrikanische Tonleiter ist pentatonisch und kennt im Gegensatz zur westlichen Zwölftonmusik nur fünf Töne. Der Blues-Terz und die Blues-Septime, also die dritte und die siebte Stufe, schwanken unbestimmt zwischen Dur und Moll. Blues-Pianisten schlagen darum gleichzeitig beide Terzen an: damit treffen sie den unbestimmten Ton des Blues-Sängers. Das ist die berühmte „Blue-Note“; sie macht diese Musik so intensiv und einzigartig.

Der klassische Blues hat eine exakt festgelegte dichterische Form und besteht aus dreizeiligen Strophen und jede Zeile wiederum aus vier Takten. Eine Strophe besteht demnach aus drei mal vier Takten. Die zweite Zeile wiederholt meist die erste Zeile.  In der Dritten kommt wie in einem Dreisatz mathematisch genau das Resümé des Gedankens. Luis Armstrong, Ella Fitzgerald, Bessie Smith und Billie Holiday sind jene Namen, die diese Art zu singen weltberühmt machten.

Europäische Sänger konnten in den frühen Zwanzigern  in der Regel keine Blues-Notierungen singen. Das Einzigartige im Blues sah man damals vorallem in seiner Langsamkeit. Doch zu diesem schleppenden Tempo gab es keine tänzerische Umsetzung; also schuf man künstlich den Blues-Tanz. Der englische Tanzlehrer Moore machte sich daran, diesen neuen Tanz zu choreographieren. Er verzichtete dabei komplett auf weiträumige Bewegungen. Im Jahr 1923 wurde in England der erste Blues-Ball veranstaltet. Der Blues wurde sogar als Turniertanz erprobt, jedoch vom Slowfox komplett verdrängt. Ab 1927 wurde der sogenannte „Cecile-Blues“ modern, den der Engländer Cecil Taylor geschaffen hat. Im selben Jahr entstand auch der „Yale-Blues“ als eine weitere Variante. In der Großen Konferenz 1929 übernahm der Blues schließlich den Grundschritt vom Quickstep, den Kreuzchassé, der bis heute der Grundschritt im Blues ist. Aus diesem Grundschritt entwickelte sich später der Pendelschritt im Swing und im Boogie Woogie. Die Große Konferenz 1929 kannte noch eine Rechts- und Linksdrehung. Diese Figuren sind heute jedoch nicht mehr gebräuchlich.

Dem heutigen Bluestänzer wird weit gehende Freiheit gelassen. Der Blues ist ein ruhiger Tanz mit weichen Bewegungen und schleichenden Schritten, die dem Foxtrott sehr nahe kommen. Deshalb wird der Blues gerade in Deutschland häufig mit dem Foxtrott verwechselt. Das liegt auch daran, dass der Blues als Tanz im Gegensatz zu seiner Musik, nicht kulturhistorisch gewachsen ist, sondern wie der Foxtrott, der Slowfox und auch der Quickstep ein konstruierter, künstlicher Tanz ist. Als Tanz ist der Blues eine rein europäische Erfindung, kein Volkstanz; aber ein Tanz, der erfunden werden musste, damit sich das Paar eng aneinander geschmiegt seinen romantischen Stimmungen hingeben kann. Die „Blue-Note“ ist wie geschaffen dafür. Er wird vor allem in kleinen und überfüllten Sälen und zur Foxtrottmusik getanzt.

Der Blues-Tanz muss von der Geschwindigkeit her ebenfalls von der Blues-Musik unterschieden werden. Die Blues-Musik spielt man oft auch sehr schnell, während der Blues-Tanz sich nur für sehr langsamen 4/4Takte eignet. Die Tänzer bewegen sich kaum vom Fleck; dadurch ist er nicht sehr variantenreich und zeichnet sich nicht durch komplexe Figuren aus. Deshalb ist er jener Tanz, der selbst von Gelegenheitstänzern ohne große Übung schnell erlernbar ist. Der Blues ist also nicht nur musikalisch, sondern auch tanztechnisch die Keimzelle für alles, was nach ihm kam; wie beispielsweise für den Boogie Woogie oder für den Rock`n’ Roll. Er ist seit 1963 im Welttanzprogramm, aber kein Turniertanz.

 

Rhythmus

Für einen Grundschritt langsam - langsam - schnell - schnell

 

Tempo

18 - 32 Takte/Minute 

 

 

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