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Rumba

Die Rumba: In ihr pulsiert das afrikanische Herz Kubas

Die kubanische Rumba, ursprünglich ein erotischer Werbetanz, ist von allen lateinamerikanischen Tänzen am stärksten mit ihrer afrikanischen Heimat verwurzelt. Sie ist getanzter Rhythmus pur. Mehr über ihre Geschichte und über den Mann, der diesen faszinierenden Tanz in Kuba erlernt und für Europa gezähmt und kultiviert hat, erfahren Sie hier. 

 

Die ausführliche Geschichte der Rumba

In keinem lateinamerikanischen Tanz lebt die afrikanische Seele stärker als in der Rumba. Sie entstand jedoch in ihrer heutigen Form erst kurz vor der Abschaffung der Sklaverei in Kuba um 1880 in den Armenvierteln von Havanna und Matanaza. Ihre Anfänge reichen aber viel weiter bis in das 16. Jahrhundert zurück, also bis zur Ankunft der ersten Sklaven aus Afrika.

Der ursprünglichste Rumba-Rhythmus ist der Yambú, der sich direkt auf uralte westafrikanische Tänze zurückführen läßt. Ausschließlich Percussions wie Kongas und Bongos aber auch Holzkisten aller Art dienen noch heute als Instrumente. Der Rhythmus wird von drei Trommeln dominiert: der Slidor, der Tres Golpes und der Quinto. Die tiefste Trommel enthält das Timing während die mittleren und hohen Trommeln miteinander improvisieren. Bedeutung haben auch die Claves, zwei  kleine Holzstäbe, die den Schlüssel für die Rhythmen liefern.

Die Rumba ist ursprünglich ein erotischer Werbetanz und näher betrachtet wie viele lateinamerikanische Tänze mehr ein Oberbegriff für verschiedene Rhythmen wie Yambú, Columbia, Son, Bolero, Guaracha, Guagira, Naningo, Mambo, Beguine und den Guaguanco. Der Guaguanco ist heute der bekannteste unter den Rumba Rhythmen und auch in der Salsa gebräuchlich. Sein Gesang ist flüssiger und seine Rhythmen sind eingängiger als der Yambú.

„Rumba“ bedeutet soviel wie „Fest“ oder „Tanz“. Die Texte der Rumba haben eine ähnliche Funktion wie die des Tangos in Argentinien oder des Raps in New York: auch sie sind Ausdruck der sozialen Verhältnisse des Volkes. Erst viel später wurde die Rumba kommerzialisiert und den europäischen und nordamerikanischen Hörgewohnheiten angepasst.

Einen maßgeblichen Anteil daran hatte ein junger Franzose, der unter seinem  Künstlernamen Pierre bekannt wurde. Von ihm wurde die Rumba erst nach dem Zweiten Weltkrieg weiterentwickelt. Dabei studierte Pierre zunächst Ingenieurwesen in Zürich. Nach einem Unfall aber, bei dem er ein Auge verlor, zog er in den 1920er  Jahren nach Paris. Dort verbrachte er die meiste Zeit in den dortigen Tanzsälen, wo er auf Kubaner, Argentinier, Brasilianer und Spanier traf, die zu ihren nationalen Originalkapellen tanzten. Mitte der 20er gründete Pierre ein Tanzstudio am Picadilly in London.

Mittlerweile kam Alcedes Castellanos nach Paris, ein kubanischer Bandleader. Mit ihm kam die Rumba gegen Ende der 20er-Jahre zum ersten mal nach Europa, wo sie zunächst einen kräftigen Boom erlebte. Pierre hörte davon und ging sofort nach Paris zurück; er wollte unbedingt diesen neuen Tanz erlernen um sein Repertoire an lateinamerikanischen Tänzen weiter auszubauen. Jedoch erschien Pierre der aus dem Danzon entwickelte Grundschritt zu limitiert, weil er ihm zu wenig Ausbaumöglichkeiten bot. Also machte sich sofort daran, die Rumba weiter zu entwickeln.

Als Pierre mit seiner Partnerin im Jahre 1947 nach Havanna reiste, war gerade der Son (später wieder bekannt durch den Buena Vista Social Club) in den mittleren Bevölkerungsschichten und der Danzon in den höheren Klassen modern. Pierre arbeitete dort mit Pepe und Suzy Riviera zusammen, den damaligen Tanz-Champions in Kuba. Er schrieb fast alle der heutigen Rumba-Figuren auf, systematisierte sie und gab ihnen Namen. Allein dadurch hat er der Rumba große Verdienste erwiesen.

Pierre nannte die Rumba zunächst "Cuban Bolero", Son oder "Baile de Salon". Den ursprünglichen Grundschritt beschrieb er mit "Authentic Cuban System of Rumba" oder "Cuban System of Ballroom Rumba". Er beschreibt den ersten Takt noch mit der Anweisung "Hesitate" (zögern). Der Grundschritt wird durch ihn in eine Vorwärtsbewegung und eine Rückwärtsbewegung aufgeteilt.

Zurück in England begann Pierre 1948 seine neu entwickelte Rumbavariante zu unterrichten. Jedoch mit unterschiedlichem Erfolg. Sein Timing wurde nicht überall gerne angenommen. Der Kommentar von Pierre: "Es wird fünf Jahre dauern, bis sie es annehmen". Es dauerte aber acht Jahre. Davon ließ Pierre sich nicht entmutigen, in den folgenden Jahren fuhr er zusammen mit seiner Partnerin Doris Lavelle und James Arnell wiederholt nach Kuba, um seine Technik zu verbessern.

Mit Pepe Llorenz und seiner Frau Aida (nach der eine bekannte Figur benannt ist) feilte Pierre kontinuierlich „an seiner“ Rumba weiter. Schließlich stellten Pierre und Lavelle 1955 die „Kubanische Rumba“ vor. Die Rumba ist trotz ihrer afrikanischen Herkunft der ruhigste Tanz unter den Lateinern. Man kann sie in zwei verschiedene Arten tanzen: entweder als Viereck-, Square- oder Carré-Rumba oder eben den Cuban Style von Pierre. Letzterer hat sich als Turniergrundlage durchgesetzt. Charakteristisch für diesen offenen Paartanz mit zum Teil sehr komplizierten Tanzfiguren sind die auf afrikanische Traditionen zurückgehenden Hüft- und Beckenbewegungen.

 

Takt

Die Rumba wird im 4/4-Takt mit der Betonung auf eins und drei gespielt

 

Tempo

Auf Turnieren wird die Rumba mit 28 Takten pro Minute getanzt 

 

 

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